In den Pyrenäen

Die enge Wendeltreppe hinauf, geblendet von dem schräg durch die verstaubten Einfachverglasungen fallenden Sonnenlicht. Erster Stock. Die Stufen knarzten unter den bedächtigen Schritten, die grün gestrichene Decke glitt dicht über ihren Scheitel vorbei. Zweiter Stock, Laura versuchte ihren Atem zu beruhigen und fragte sich, ob das Herzklopfen allein von der Anstrengung des Treppensteigens käme. Es ist noch nicht lange her, dass sie das letzte mal hier war, vielleicht eine Woche. Da war sie mit einer ganz anderen Selbstverständlichkeit diese sich in ihr eigenes Innere drehende Treppe hinaufgestiegen. Hatte sie da auch schon so schwer geatmet? Dritter oder vierter Stock? Ihre Handflächen rutschten über das unebene Holz des Treppengeländers. Das war die Tür, Laura trat auf die Schwelle und klingelte, sie wippte absichtlich auf den Fußballen und murmelte ein wenig, um nicht den Anschein der Heimlichkeit zu erwecken. Einen Augenblick später hörte sie, wie die Türkette zurückgeschlagen wurde.

Etwas früher. Es sei besser, wenn sie es beendeten. Er könne das nicht mehr, seine Kräfte seien erschöpft. Ein kurzer Vortrag darüber, wie er sich die letzten Monate gefühlt habe. Dass sie Zeit brauche, um wieder zu sich zu finden, sie hätte sich verloren, sie könne so nicht weitermachen. Die Situation verlor sich irgendwann und der Bonsai ließ sich von Laura ein paar Blätter zupfen. Sie nahm ein paar fast vergessene Briefumschläge vom Schreibtisch, die sich von ihr öffnen ließen. Kleine schwarze Zahlen, kaum zu entziffern, tief aus den Eingeweiden eines anonymen Apparats. Mehrere Bögen roter Zahlen. Werbung. Eine große Tageszeitung, die sie nicht abboniert hatte. Mahnungen. Wer stopfte ihr eigentlich die ganze Papiermasse in den Briefschlitz? Eine Postkarte von einer Insel, die sie nicht kannte. Sie stellte sich vor, wie sie den Sand in ihrer Faust zerdrückte, wie sie die ganze Insel zerdrückte und tief im Meeresboden vergrub. Sie drehte die Postkarte um, Werbung für ein Reisebüro. Sie nahm ihr Handy und schickte ihm ein paar SMS, legte es wieder weg und rauchte. Ein weiterer Brief entfaltete sich vor ihren Augen, sollte der Strom abgestellt werden? Oder das Internet? War das nicht das selbe? War das ein böser Streich, den man ihr spielte? Noch eine SMS und zwei Anrufe. Wo sollte sie anfangen? Unvorstellbar, sie sei nicht liebenswürdig. Das war doch alles gar nicht ihre Schuld. Seine aber auch nicht, er meinte ja, dass es hier gar nicht um Schuld gehe, dass sich die Dinge so entwickelt hätten, dass man es nicht habe kommen sehen. In der ganzen Sache musste es ein Muster geben, eine verborgene Struktur. Eine Einladung zum freikirchlichen Gottesdienst kommenden Sonntag. Ein handgeschriebener Zettel von der Vermieterin, der Schornsteinfeger sei letzte Woche in ihrer Wohnung gewesen, habe irgendwas abgelesen. Hat sie ihm die Tür geöffnet? Die Vermietung hatte sich nicht mehr gemeldet, also musste sie ihn reingelassen haben. Hitze kam in ihr auf, sie spürte, wie sie zu fiebern begann. Sie warf einen Blick über ihre Schulter um die Uhrzeit an der Mikrowelle abzulesen, aber die Mikrowelle war schon seit einem Monat nicht mehr da. So ganz konnte sie sich nicht daran gewöhnen. Sie kam ohne Mikrowelle besser zurecht, als sie es sich zugetraut hatte, aber sie versuchte immer noch, die Uhr an ihr abzulesen. In der Erde ihres Bonsais beobachtete sie ein paar Fliegenlarven. Die einzige Pflanze, die sie düngte. Sie konnte sich nicht erklären, wo die Tiere immer herkamen, aber der Zusammenhang musste von dem Dünger aus seinen Anfang nehmen, musste auch etwas mit den Rechnungen und Erik zu tun haben. Sie nahm sich Zettel und Stift und versuchte, die Kausalitäten abzubilden, an die Gedanken zu binden und die Gedanken wieder mit äußeren Umständen zu verknüpften und geriet schließlich in ein furchtbares Durcheinander. Sie tippte hektisch noch ein paar SMS. Auf dem Nachttisch lag noch das Buch, das Erik hier hatte liegen lassen. Es war Schuld und Sühne, es musste das dutzendste Mal sein, dass er diesen klebrigen Wälzer las.

Die Kette wurde aus der Schiene gezogen und klapperte gegen den Rahmen. Die Tür öffnete sich, erst einen kleinen Spalt, dann schwungvoll weiter. „Hey, wie geht es dir? Ich habe dich schon hundert mal angerufen, du bist nie rangegangen.“ In diesem Moment kamen ihr ihre Pläne vollkommen irrsinnig vor und sie warf sie mit einem Mal über Bord.

Naja, ich war beschäftigt. Ich wollte dir auch nicht zu viel von deiner Zeit stehlen und dir auch eigentlich nur dein Buch vorbeibringen, dass du bei mir vergessen hast.“

Das hatte ich ja ganz vergessen. Willst du vielleicht noch mal kurz reinkommen?“

Ehrlich gesagt wollte ich dir nur dein Buch zurückgeben.. Ich habe noch eine Verabredung.“ Sie fügte das mit Absicht hinzu, aber diese scheinbar beiläufige Bemerkung schien bei Erik keine Wirkung zu haben. Zum Abschied umarmten sie sich. Auf dem Heimweg dachte sie nach. Die drückende Hitze machte ihr zu schaffen. Im Grunde genommen ist es doch gut gelaufen. Viel besser, als was sie sich vorgenommen hatte. Zuhause angekommen war sie sich sicher, das Ganze einfach abschließen zu können, wie man so sagt, drüber hinwegkommen und die Vergangenheit einfach Vergangenheit sein lassen. So eine Sache war es gar nicht wert, dass man sich länger damit aufhielt. Sie könnte jetzt alles irgendwie anders machen, nochmal neu starten, da war ein Plan, ihr Plan, der sich in das Kausalitätennetz fügte.

Aber in dem selben Moment, wo der Fahrstuhl wieder zurückkehrte, kamen ihr ihre eigenen Gedanken wieder sehr einfältig vor. Sie begann wieder den Überblick zu verlieren, die geheime Struktur, ihre Gedanken verworren sich wieder und die Fahrstuhltür öffnete sich. Sie musste über sich selbst lachen. So hatte sich die Geschichte nicht zugetragen.

Die Kette wurde aus der Schiene gezogen und klapperte gegen den Rahmen. Die Tür öffnete sich einen kleinen Spalt und seine Augen fixierten mit stechendem Argwohn aus dem Dunkel. Ahnte er etwas? In dem Moment verlor Laura den Kopf und machte einen großen Fehler. Da sie befürchtete, Erik würde erschrecken, packte sie die Türklinke und schob die Tür etwas weiter auf, damit er nicht auf den Gedanken käme, die Tür einfach wieder zuzuknallen. Als er das merkte, versuchte er es zwar nicht, ließ die Klinke aber doch nicht los, so daß sie ihn mit der Tür beinahe ins Treppenhaus gedrückt hätte. Als sie sah, dass er hinter der Tür stehenblieb, sie nicht durchlassen wollte, ging sie direkt auf ihn zu. Er wich erschrocken zurück, wollte etwas sagen, schien es aber nicht zu können und starrte sie nur unverwandt an.

Hallo Erik“, begann sie möglichst ungezwungen, aber ihre Stimme wollte ihr nicht gehorchen, versagte und zitterte. „Ich bringe dir… das Buch…. Aber lass uns lieber hineingehen… ans Licht…“ Sie ließ ihn stehen und trat unaufgefordert in den Flur. Er eilte ihr nach, er hatte die Sprache wiedergefunden.

Oh Gott! Was willst du?“

Aber ich bitte dich, du hast noch das Buch bei mir vergessen, dass du so gerne hast.“ Und sie hielt ihm das Päckchen hin. Er blickte es kurz an, richtete aber sofort die Augen in die der unerwarteten Besucherin. Er war aufmerksam, gereizt und argwöhnisch. Es verging etwa eine Minute. Sie glaubte sogar in seinen Augen etwas wie Spott zu lesen, als hätte er bereits alles durchschaut. Sie fühlte, dasss sie im Begriff war, die Fassung zu verlieren, dass in ihr Angst aufstieg, eine solche Angst, dass sie, hätte er ihn noch eine halbe Minute länger angesehen, vielleicht davongelaufen wäre.

Warum siehst du mich denn so an, als ob du nicht wüsstest, wer ich bin?“, sagte sie plötzlich ebenso böse. „Wenn du willst, dann nimm das Buch, wenn nicht – gehe ich woanders hin. Ich habe keine Zeit.“

Sie hatte nicht vorgehabt, so zu reden. Die Worte kamen ihr wie von selbst über die Lippen. Erik hatte sich inzwischen gefasst, der entschiedene Ton seines Besuchs hatte ihn offenbar beruhigt. Er streckte die Hand aus und nahm das Buch. „Ja. Danke. Und warum bist du so bleich? Da, deine Hände zittern ja.“

Ich habe Fieber“, fügte sie mit letzter Anstrengung hinzu. Aber ihre Antwort klang überzeugend, er nahm das Päckchen.

Aber warum hast du es so fest eingepackt?“

Während er versuchte, den Bindfaden aufzuknüpfen, und sich dem Fenster, dem Licht zuwandte, ließ er sie einige Sekunden aus den Augen und kehrte ihr den Rücken zu. Sie knüpfte die Jacke auf und löste den Hammer aus der Schlinge, die sie an die Innenseite genäht hatte, holte ihn aber nicht hervor, sondern hielt ihn mit der rechten Hand unter der Jacke fest. Ihre Arme waren furchtbar kraftlos, sie spürte, wie sie mit jedem Augenblick mehr erlahmten und erstarrten. Sie fürchtete, dass sie den Hammer nicht würde länger halten können und ihn fallen lassen müsste. Plötzlich glaubte sie zu taumeln.

Aber wie du das verschnürt hast!“, rief er ärgerlich und machte eine Bewegung, als wollte er sich ihr wieder zuwenden.

Kein Augenblick war mehr zu verlieren. Sie zog den Hammer hervor, holte mit beiden Armen aus und ließ ihn, beinahe ohnmächtig auf seinen Kopf fallen. Sie hatte geglaubt, sie wäre kraftlos, aber kaum hatte sie den Hammer ein weiteres mal fallen lassen, da fühlte sie ihre Kraft wieder wachsen. Sein kurzes, dunkles Haar war wie immer stachelig eingegelt und verlor sich in den vereinzelt sprießenden Nackenhaaren. Der nächste Schlag traf ihn mitten auf den Scheitel. Er schrie auf, aber nur sehr leise, und sackte plötzlich auf dem Boden zusammen, obwohl er noch die Kraft hatte, beide Hände bis zum Kopf zu heben. In der Hand hielt er immer noch das Buch. Da schlug sie mit aller Wucht ein viertes und ein fünftes mal zu, immer mit der flachen Hammerseite, immer auf den Scheitel. Das Blut ergoß sich wie aus einem umgestoßenen Glas, und der Körper sackte zusammen. Sie trat mit der Spitze ihres Stiefels mehrmals unter das Kinn, sie deformierte den Kiefer bis er schräg herunterhing und sein Gesicht zu einer grässlich komischen Fratze verzerrte. Sie erinnerte sie an eine tote Kuh, die sie in jungen Jahren an einem heißen Sommertag bei einer Wanderung durch die Pyrenäen gesehen hatte. Die Kuh lag auf einer Anhöhe inmitten eines riesigen Federbetts, das die Vautoure hinterlassen hatten, als sie der Kuh beim Kampf um die Beute die Haut vom Unterkieger abgezogen haben mussten. Sie trat mit der Schuhspitze noch mehrmals unter die Schneidezähne, bis sie allesamt herausbrachen und zu einem blutrotten Klumpen verklebten. Sie ging einen Schritt zurück und beugte sich über sein Gesicht. Die Augen waren aufgequollen, und sahen so aus, als wollten sie aus den Höhlen springen, die Stirn und das ganze Gesicht waren zusammengedrückt und von einem Krampf entstellt, unterhalb der Nase nur unförmige Masse. Sie hatte den hilfesuchenden Blick in diesen Augen sehen wollen. Sie hatte ihn winseln sehen wollen und wie er über den Boden rutscht. Sie legte den Hammer neben den Toten auf den Boden und griff in die Brusttasche seine Hemdes, aus dem sein Handy herausragte. Sie bemühte sich, Flecken zu vermeiden, untersuchte ihre Kleidung. Als sie wieder auf der Schwelle zum Treppenhaus stand, überkam sie der Gedanke, dass die gesamte Situation nur ein Spiel, eine pure Möglichkeit darstellte und dass sie ganz einfach aus der Tür hinausspatzieren könnte. Sie musste über sich selbst lachen und ließ den Riegel ins Schloss schnappen.

Wenn man durch den Vordereingang kommt, steht man ein paar Schritte vor der Kasse. Ben bestellt sich einen Double-Cheeseburger, eine mittelgroße Cola und eine Portion in Ketchup getränkte Fritten. Der watschelnde Gang eines Kunden zur Kasse, das ratlose Zögern mit geöffnetem Mund, der Blick hoch zur Leuchtkarte. Auf der linken Seite befindet sich eine Trennwand: Viele fingerdicke Holzscheiben mit Zwischenräumen, durch die man auf den linken Bereich linsen kann. In diesem größeren Sitzbereich befindet sich an der hinteren Wand, senkrecht zur Eingangstür, die Kaffeebar mit der Vitrine, in der verschiedenste Kuchen, Donuts und Fruchtsäfte ausgestellt sind. Ben setzt sich an einen runden Tisch, der in einer Nische gelegen etwas abseits steht. Von hier aus kann man den Gang beobachten, links an der Kasse vorbei zu den Toiletten führt. Eine weile beobachtet er die Schilder, die an einem Nylonfaden von der Decke hängen und sich gleichmäßig wieder in ihre Ausgangsposition zurückdrehen. Der Luftzug der hereinkommenden Gäste versetzt die Schilder wieder in Bewegung. Er saugt an dem Strohalm und sucht in seiner Umhängetasche nach einem Buch. Er hat wieder vergessen, worum es gerade ging, blättert ein paar Seiten zurück, liest unkonzentriert. Er legt das Buch bei Seite und lutscht wieder an seinem Strohhalm. Er ist ohnehin nicht in der Stimmung zum lesen. Dann fällt ihm das Handy ein, dass er vorhin in der Bahn gefunden hat und kramt es aus seiner Jackentasche hervor. Es ist ein kleines schwarzes Samsung mit kleinen leuchtenden Tasten. Er entsperrt es und sucht im Hauptmenü nach der Bildergalerie, die er nicht findet, das Handy hat keine Kamera. Ben geht in den Nachrichtenspeicher unter „Gesendete Nachrichten“ und klickt sich bis zur ersten Nachricht runter.

(An Erik): Mir wird warm, wenn du schreibst!

(An Erik): Kümmer mich natürlich trotzdem um dich! :p

(An Erik): Hey, langsam mach ich mir echt sorgen! Meld dich mal! Grüße!

(An Erik): Du ich krig weder deinen fernseher noch deinen laptop an. Kannst mir bitte mal das pw schicken?

(An Erik): Bin bei Caro, alles gut. Habsch lieb. Rufst mich morgen mal an? Grüße

(An Erik): Moin mein lieber 🙂 kannst mich heut mal anrufen? Ich brauch mal deine hilfe. Grüße

(An Erik): Würdest du dich wieder bei mir melden? Mir geht’s mittlerweile auch besser

(An Nils): Moin dicker. Hat sich jetzt doch herausgestellt, dass ich Gott bin 🙂 kommst du mich Weihnachten besuchen?

(An Erik): Meld dich verflixt nochmal, kann doch nicht sein, dass du alles wegwirfst!

(An Erik): Bitte!

(An Erik): Ich kann das nicht glauben!

(An Erik): Keine Sorge, ich mache das alles Rückgängig!

(An Erik): Ich habe dich heute gesehen, du sahst so traurig aus!

(An Erik): Es ist alles gut Erik, vertrau mir!

(An Erik): bitte hilf mir

(An Erik): Ich verstehe jetzt viel besser, dass ich in der Lage bin, Dinge zu verändern. Ich habe eine Kraft. Ich möchte diese Kraft für uns beide nutzen 🙂

Das sind alle Nachrichten aus dem Ordner. Alle aus den letzten Tagen. Ben könnte das Handy ja einfach wegwerfen, ohnehin weiß er ja nicht, wer hinter diesen Namen steckt, man kann ihm das ja schlecht verübeln. Er öffnet den Ordner für empfangene Nachrichten und klickt sich wieder bis nach unten zu den ersten durch.

(Monique): Ich grüße Sie. Vielleicht haben Sie noch interesse am reden. Obwohl es nicht immer ganz leicht ist, zum thema buddhismus etwas zu sagen. Ich kann Ihnen dabei helfen, wie sie den Buddhismus mit ihrem Leben verbinden können. Es grüßt sie Monique

(Erik): Sorry hab nicht noch mal aufs handy geschaut. Nach einer Schlaftablette gestern abend bin ich übelst rumgesteuert, hat aber geholfen, 12h gepennt 😉

(Erik): Ich vermisse dich so sehr, deine nähe, deine küsse, deine berührung, einfach alles…

(Erik): Na guten morgen. Seit wann haben drachen schwarze haare?

(Erik): Hey, mir geht’s so lala… alles anstrengend hier „draußen“. Morgen komme ich mal zu Besuch, ca. um 2.

(Erik): Guten morgen, ich hab schon wieder von dir geträumt… die Begegnung im Traum war so schön und unkompliziert, ich glaub ich beam mich wieder dorthin zurück…

(Erik): Och meine süße, ich würde auch viel lieber mit dir irgendwo rumliegen. Kann mir vorstellen, dass es dort scheiße ist… lange musst du es nicht mehr aushalten. Hier ist es auch nicht besser, ohne dich.

(Papa): Wir kommen dich viellecith nach Weihnachten besuchen. Steht aber noch nicht fest. Und bezüglich deines Gottesgedankes muss ich dich enttäuchen!

(Nils): Servus, sry kann nicht telefonieren, bin arbeiten. Trotzdem frohe Weihnachten und lass dich nicht unterkriegen Digger, wir wollen doch mal in Zukunft nochmal zusammen feiern gehen 🙂

(Nils): Hey liebe, sorry, wenn ich micht jetzt erst melde. Aber im Gegensatz zu dir kann ich deine Situation kaum mit Humor betrachten. Weiss auch nicht, wie es mit dir in deinem „gott-mode“ weitergeht. Gut, das du mit deiner family wieder Frieden geschlossen hast. Leider überrascht es mich nicht, dass du wieder in Steinberg bist. Probier diesmal die Medi. Ich versuch morgen mit Rudi mal vorbeizukommen. Also dann, halt die Ohren steif.

(Papa): Yoho! Gesundes neues Jahr noch. Hoffentlich findest dieses Jahr deinen Platz im Leben. Mamas neue Nummer schick ich dir noch meine gute. Kein Problem…

(Mama): Dein Opa wird jetzt zur Singstunde abgeholt

(Erik): Hey, ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es besser für uns beide ist, wenn wir uns nicht sehen. Jeder von uns sollte seine Kraft für sein Leben nutzen. Bitte respektiere meinen Wunsch

Ben war enttäuscht. Er hatte gehofft, er würde auf ein paar anzügliche Botschaften zu sehen bekommen. Aber nichts davon, alles vollkommen uninteressant. Er legt das Handy umsichtig auf einen Stuhl neben ihm. Aus der Küche steigt Dampf auf, ein Automat piept energisch, das Rasseln der durch die in blauen Plastikhandschuhen eingepackten Hände gleitenden Kette, mit denen die Mitarbeiterin draußen vor der Fensterscheibe die Stühle sichert. Die verdoppelten Spiegelreflexe auf der Glasoberfläche des Bildes hinten links, auf dem vier junge Leute beim Kaffeetrinken in McDonald’s zu sehen sind. Die Wände sind mit bunten Bildtapeten bekleidet, auf denen verschiedene Motive abgebildet sind. Auf einer sieht man einen Frauenmund, der in einen Apfel beißt. Eine andere zeigt eine Frau, die im Begriff ist, eine Fritte zu essen. Eine weitere zeigt einfach nur riesen große, gelbe Fritten.

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